Familienaufstellen

Familienaufstellen schafft Ordnung
Familienaufstellen ist lösungsorientiert
Familienaufstellen zeigt wie die Liebe gelingt

"Beim Familienstellen beginnt das Werk der Versöhnung in der einzelnen Seele, wenn dort die Versöhnung gelingt, breitet sie sich auch auf größere Gruppen aus." Bert Hellinger

Das Prinzip dieser Versöhnungsarbeit wird in dem Film von Patricia Helena Gonzaléz Pacheco, (Institut Alma Raices Caracas/Venezuela) eindrucksvoll und kurzweilig dargestellt. Das Anerkennen und Annehmen der Zugehörigkeit zum eigenen Familiensystem, sowie das sich Einfügen in seine Ordnungen gibt Ressourcen frei und ist unmittelbar verantwortlich für ein erfülltes Leben.

Die Hoffnung verhindert das Glück, denn sie stellt sich vor das Handeln. Bert Hellinger

Philosophie

Ursprünglich lebten die Menschen in Sippen zusammen, in denen jeder seinen Platz einzunehmen hatte. Das Überleben des Einzelnen hing vom Wohlwollen seiner Großfamilie ab. Seine Zugehörigkeit und damit auch seine Sicherheit beruhten auf der Einhaltung eines Regelsystems des kollektiven Unterbewusstseins der Familie. Mittlerweile, haben wir uns individualisiert und glauben, ein von der Familie unabhängiges Leben führen zu können. In gewisser Weise stimmt das auch, aber damit das eigene Leben Kraft hat, muss jedes Familienmitglied, auch bereits Verstorbene, wertgeschätzt und wenn nötig in die Familienseele zurückgeholt werden.

Die wichtigsten Themen

Geschichte der Familienaufstellung

Das Familienstellen wurde von Bert Hellinger (*1925) entwickelt. Hellinger studierte Theologie, Pädagogik und Philosophie. Anfang der 50er Jahre erhielt er seine Priesterweihe und war später viele Jahre Internatsleiter in Südafrika. Bei einem Kongress in Südafrika auf dem gemischtrassische und ökumenische Kurse stattfanden, kam er zum ersten Mal mit der Kraft der Gruppendynamik in Kontakt. Nach Deutschland zurückgekehrt legte er nach geraumer Zeit sein Amt nieder um sich ganz der Psychotherapie zuzuwenden: Primärtherapie, Transaktionsanalyse, Hypnotherapie, NLP. Das Familienaufstellen entwickelte er aus den familientherapeutischen Ansätzen  der Amerikanerin Virginia Satir.

„Durch das jahrelange Beobachten habe ich festgestellt, dass der Mensch gewissen Ordnungen unterliegt und ich bezeichne sie als die Ordnungen der Liebe. Heute würde ich sie als die Gesetzte des Lebens bezeichnen, welchen sich kein Mensch entziehen kann und sie ihre Wirkungsweise entfalten, ob wir sie kennen oder nicht."  Bert Hellinger

Ablauf

Die Aufstellungsarbeit findet in einer Gruppe von 12-20 Teilnehmern statt. Der Aufstellende(Klient/in) berichtet der Aufstellungsleiterin von seinem Anliegen. Nun werden mit Hilfe sogenannter Stellvertreter die Familienmitglieder in die Mitte des Raumes in Beziehung zueinander gestellt. Stellvertreter sind Seminarteilnehmer, die die Familienmitglieder repräsentieren. Der Stellvertreter verspürt die körperlichen und auch die emotionalen Impulse dessen, für den er steht. Es entsteht das, was als „wissendes Feld“ (morphogenetisches Feld) bezeichnet wird. Jetzt wird sichtbar, wer aus der Familie nicht gesehen und nicht gewürdigt wird, wer fehlt oder wer ausgegrenzt ist. Dabei ist es irrelevant ob diese Person bereits verstorben ist. Die Aufstellungsleiterin sucht mit Hilfe der „Bewegungen der Seele“ ein heilendes Lösungsbild, das die Ordnung in der Familienseele wiederhergestellt wird. Das gesamte Familiensystem erfährt eine neue Dynamik aus der Liebe heraus und der Klient kann den ersehnten Frieden im Außen und im Inneren finden.

Vorbereitung zu einer Familienaufstellung

Sammeln Sie Informationen zu Ihrer Familie:

- gab es eine Trennung von der Mutter nach der Geburt oder in der frühen Kindheit?
- gab es wichtige Partnerbeziehungen der Eltern vor ihrer Ehe?
- gibt es Frühverstorbene, Abtreibungen, gibt es Familienmitglieder über die nicht gesprochen wird?
- gibt es Krankheiten, Behinderungen, Erbstreitigkeiten, straffällige oder homosexuelle Verwandte?
- schwere Schicksale bedingt durch Vertreibung, Flucht, Verlust der Heimat, Krieg?

Die Teilnehmer begegnen einander mit Respekt und Achtung. Diskretion und Selbstverantwortung werden vorausgesetzt.

 

 

Kosten

Aufstellungstag:

Beginn 10.00 Uhr / Ende ca. 19.00 Uhr
mit Pausen und Snacks.

120,- Euro für Aufstellende
25,- EUR für Stellvertreter/Repräsentanten

Mein Ansatz

Das Leben des Menschen wird von seinem individuellen Schicksal bestimmt. Ein Schicksal entsteht häufig dadurch, dass ein jüngeres Familienmitglied sich aus Liebe zur Sippe mit einem älteren, meist bereits verstorbenen Familienmitglied, über das nicht gesprochen wird, identifiziert und sich in dessen Lebensgeschichte hineinbegibt. Diese seelische Bewegung ist unbewusst und unterliegt der Gesetzmäßigkeit des kollektiven Unbewussten. Niemand kann sich seinem Schicksal und den daraus entstandenen Verstrickungen entziehen. Aber es können gute Lösungen gesucht werden. Mit Hilfe der Aufstellungsarbeit kann die Verstrickung sichtbar und begreifbar gemacht werden. Anerkennen was ist heißt, „Ja“ zu seinem Schicksal zu sagen. Sich nicht mehr als Opfer der Geschehnisse zu sehen und sich somit dem Fluss des Lebens wieder zu öffnen.

"Das Schicksal verlangt immer nur eins: Zustimmung und Verneigung."  Dr. Peter Orban

Drei Protokolle

A Dissoziation
Michaela, 27 ist mit ihrem Partner zusammen gekommen. Die Verlustängste von Michaela gefährden die Beziehung. Auf Nachfragen der Therapeutin berichtet sie von ihrer Geburt. Durch einen Herzfehler wurde sie sofort nach der Geburt in eine Spezialklinik gebracht. Dort blieb sie 3 Wochen. Ihre Eltern kamen so oft es ging. Ein Neugeborenes, das von seiner Mutter getrennt wird erfährt ein Trauma. Ohne Mutter ist das Kind ohne Herzschlag. Für das Baby fühlt es sich an wie Sterben. Um sich zu retten, wird dieser Schmerz abgespalten und damit ein Teil der eigenen Identität (Dissoziation). Nun setzt sich ein Stellvertreter für diesen vergessenen Anteil (der nur wenige Tage alt ist) auf den Boden. Die erwachsene Michaela geht nun um die kleine Michaela herum , solange bis sie den Impuls verspürt sich zu dem kindlichen Anteil hinzusetzen und ihn zu berühren… ihn zu reintegrieren. Die Verlustängste sind nun überflüssig geworden, denn Michaela hat den Anteil, den sie verloren hatte zurückgeholt.

Eine Dissoziation findet häufig bei Krankenhausaufenthalten ohne Mutter gleich nach der Geburt beziehungsweise bei Trennungen von der Mutter im frühen Kindesalter statt. Aber auch im erwachsenen Alter können Dissoziationen nach Traumen (Unfall, OP) stattfinden. 

 

B Versöhnung
Die 37 jährige Frederike hat keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Nach 40 Jahren Ehe verließ er seine Frau, die Mutter der Klientin und zog mit einer anderen Frau zusammen. Frederike sehnt sich nach ihrem Vater, zugleich aber empfindet sie seinen Weggang als Hochverrat an der Familie. Es werden nun je ein Stellvertreter für Frederike, ihre Mutter und ihren Vater aufgestellt. Nachdem sich die Stellvertreter in ihre Rollen eingefühlt haben, laufen der Mutter die Tränen runter
und mit Blick auf den Vater sagt sie „ Du fehlst“. Zu Frederike: „ich lasse Dich nicht im Stich.“ Die stellvertretende Frederike hingegen ist sehr wütend und sagt dem Vater, er brauche nicht zu glauben, er könne heimkommen, wenn es mit der neuen Frau in die Brüche ginge. Nun motiviert die Therapeutin Frederike, sich ihrem Vater zu nähern. Dabei wird aus ihrem Zorn Trauer. Sie weint wie ein Kind in seinen Armen. Und sie ist das Kind. Der Vater sagt, dass er ihre Verletzung sieht. Ihre Wut verebbt und sie kann sich in Liebe von ihrem Vater verabschieden. 3 Wochen später nahm Frederikes Vater die Einladung zum Sonntagsbrunch an.

 

C Die Früheren und die Späteren
Thomas ist 52. Sein 21jähriger Sohn Felix will nicht ausziehen um sein Studium zu beginnen. Die Beiden streiten täglich.
Die Therapeutin lässt Thomas einen Stellvertreter für seinen Sohn auswählen. Der Stellvertreter von Felix steht in der Mitte des Raumes und schaut auf den Boden. Thomas wird gefragt, ob es früh Verstorbene ( der Blick zum Boden ) in der Familie gibt. Er berichtet, dass sein Vater ein uneheliches Kind war. Dieser verlor seine Mutter im Alter von 10 Jahren.
Verliert ein Kind seine Mutter in diesem Alter, erstarrt etwas in ihm. Unbewusst sagt es zur Mutter: „Ich lasse Dich nicht gehen.“ Seelisch bleibt es am Grab stehen. Nun wird eine Person für die tote Urgroßmutter hingelegt. Der Stellvertreter des Großvaters kniet neben ihr. Felix, der ein inniges Verhältnis zu seinem Großvater hatte geht hin zu ihm und will den Opa halten. Der Sohn/Enkel wird aufgefordert vom Großvater wegzutreten. Er kann ihm nicht helfen. Er ist ein Nachkomme(Späterer). Nachdem der Großvater getrauert hat und bewusst Abschied nimmt von der Mutter, kann er aufstehen und seinen Sohn Thomas und den Enkel Felix wahrnehmen. Nun können die Älteren, Großvater und Vater, ihre ganze Aufmerksamkeit Felix zur Verfügung stellen und er kann mit dieser Männerkraft in sein eigenes Leben gehen. Felix zog wenige Monate später aus um im Ausland zu studieren.

 

Erfahrungsbericht

Hallo Katrin,
nachdem ich es leider bis dato nicht mehr geschafft habe, dass ich noch einmal in Deine Aufstellungsrunde komme, möchte ich mich auf diesem Wege recht herzlich bedanken für die Möglichkeiten, die mir dieser Aufstellungstag bei Dir eröffnet hat. Vor allem die Beziehung zu meiner großen Tochter Rebecca hat sich um 180° gedreht und wir können nun auf einer ganz anderen Ebene miteinander.

Auch wenn mein persönlicher Weg noch lange nicht zu Ende ist und es noch viele offene Baustellen gibt, war die Aufstellung doch ein sehr wichtiger Schritt, für den ich mich aufs herzlichste Bedanken möchte.
Von Ulrich,40J

 

Ich weiß weder wann, noch warum oder wie- doch eines Tages hat mich eine Bewegung zu Katrin Meilicke geführt. Lediglich wusste und spürte ich bei unserer ersten Begegnung: Hier ist ein Ankommen- 

Endlich, denn bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mich gefühlt – um es metaphorisch auszudrücken- wie ein Regenwurm, welcher stets ein Stück seines eigenen Teils verliert, ohne Sehorgan durch das Leben wandelt und somit keine Form des Lichts erkennt… stets im Dunkeln, stets ohne Hoffnung.

Was mich die Arbeit des Familienstellens bis dahin lehrte, war die Erkenntnis, dass es Phänomene gibt, die den Lauf unseres Lebens bestimmen- Kräfte die ihren Anfang lange vor unserer Geburt nehmen, den Tod überdauern – und wir ebenso, in Vergangenheit und Gegenwart, verbunden sind mit anderen, insbesondere unserem Familiensystem.

Für mich wesentlich aber ist, dass diese Erkenntnis bei Katrin nochmals eine potenzierte Qualität angenommen hat und Lösungen für vielschichtige Probleme sichtbar wurden! Mit unglaublichem Mitgefühl und Klarheit sowie unbeschreiblicher Achtsamkeit, versucht sie als Therapeutin für, an und mit der menschlichen Seele, stets das eigene Schicksal und die Verstrickungen innerhalb des systemischen Feldes (und darüber hinaus!!!) wieder in die angemessene Ordnung zu bringen… zum Heil zu schicken!!!

Deshalb liebe Katrin, einen tiefen Respekt, Dank und Hochachtung vor deiner Art und Weise mit jedem Einzelnen zu arbeiten. So bin ich daran erinnert worden, dass es auch einem Regenwurm möglich ist Licht wahrzunehmen, obgleich nicht mit den Augen!

Von Stephanie, 27J.

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